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pstPfarrer Santhosh Thomas

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Am 19. September 2015 berichtete Mathias Gubo
im Wiesbadener Kurier über Pfarrer Thomas

Die Freude schon als Vornamen

Pfarrer Santhosh Thomas ist jetzt Seelsorger der
drei katholischen Pfarrgemeinden in Taunusstein


TAUNUSSTEIN. Für seinen Vornamen hat Pfarrer Santhosh Thomas eine wunderbare Erklärung: Als jüngstes Kind hätten sich seine Eltern so über seine Geburt gefreut, dass sie ihn Santhosh, was im Sanskrit Freude heiße, genannt. Diese Freude hat sein Namensträger verinnerlicht, strahlt der 1975 in Kerala in Indien geborene katholische Priester aus. Seit Ende Mai ist Pfarrer Santhosh Thomas als Koordinator für die priesterlichen Dienste in den drei katholischen Pfarrgemeinden in Taunusstein eingesetzt. Eine Aufgabe, die ihm spürbar Freude macht.

Die Seelsorge sei ihm besonders wichtig, sagt Santhosh Thomas, der seit 2007 in Deutschland lebt und als Bischofsvikar hier für die syro-malankarischen Christen zuständig ist. Mit einer Ausnahmegenehmigung Roms darf der Priester in zwei Riten den Gottesdienst zelebrieren, römisch-katholisch und syromalankarisch. Er studierte in Indien Theologie und Philosophie, wurde am zweiten Weihnachtstag 2000 zum Priester geweiht. Doch damit ist sein Wissensdurst noch lange nicht gestillt. Derzeit studiert er an der Hochschule St. Georgen in Frankfurt Moraltheologie. Santhosh Thomas spricht vier Sprachen: neben seiner Muttersprache Malayalam Englisch, Sanskrit und Deutsch.

Nur zwei Prozent der indischen Bevölkerung sind Christen, doch das seien mehr als in ganz Deutschland, stellt Pfarrer Thomas fest. Er war sieben Jahre Vikar in Indien, hat erlebt, welchen Stellenwert und welche Bedeutung ein Priester dort für die Gläubigen hat. In einer Großstadt wie Frankfurt sei dies ganz anders, hat er in den vergangenen Jahren lernen müssen. Umso mehr freut er sich über seine Arbeit in Taunusstein. Hier seien die Menschen einander zugetan, lebe man Gemeinschaft und Gemeinde. Dies hat er bereits schmerzhaft an den eigenen Füßen bei der Wallfahrt von Bleidenstadt nach Marienthal erlebt. Die 30 Kilometer ging auch Santhosh Thomas zu Fuß über Stock und Stein, kam mit schmerzenden Füßen in Marienthal an. „Es waren viele kleine Steine“, so seine Feststellung. Aber er tröste sich mit der Erkenntnis, „dass eine Pilgerfahrt auch Schmerzen haben muss“.

Bleischter Kerb verpasst
„Wir sind für die Menschen da“, lautet seine Definition des Priestertums. Also sei er „24 Stunden am Tag Seelsorger“. Was nicht ganz einfach ist neben seinem Studium. Denn jede seiner fünf syro-malankarischen Gemeinden in Deutschland besucht er mindestens einmal im Monat, hält zumeist sonntags dort Gottesdienste ab. Aber immer erst nach dem Gottesdienst in Taunusstein, für die er nun auch noch zuständig ist. Seit einem Jahr habe er ein Auto, sagt Thomas, das erleichtere seine Aufgabe sehr.

Inzwischen hat er eine kleine Wohnung im Pfarrhaus in Bleidenstadt bezogen. Der Untertaunus gefällt ihm, gerade als Kontrast zum hektischen Frankfurt. Dass er die Bleischter Kerb wegen anderer Verpflichtungen verpasst hat, bedauert er sehr. Doch er tröstet sich mit dem Gedanken, dass er dies im nächsten Jahr auf jeden Fall nachholen will.

Zu seinen Hobbys gehört das Lesen, derzeit aber nur Fachliteratur. Auch hat er eine schöne Stimme und singt sehr gern. Am liebsten auch Lieder aus seiner indischen Heimat. Früher war er ein guter Basketballspieler, war vier Jahre Kapitän des Teams seiner Universität.

Santhosh Thomas hat noch zwei Brüder und eine ältere Schwester. Mit ihr telefoniert er jeden Tag, sonst werde er geschimpft, erzählt er lachend.